• Esha

मौन Mauna, Vipassana den spirituellen Maulkorb aufsetzen.

Warum ich mir letztes Jahr einige Male den spirituellen Maulkorb aufsetzte und mich dazu entschied für einige Zeit zu schweigen und wie es mir dabei erging, erfahrt Ihr in diesem Bericht.


In Patanjalis Yogasutra unter den Yamas, den ethischen Grundregeln des Lebens wird von Gewaltlosigkeit und Wahrhaftigkeit gesprochen. Gewaltlosigkeit bedeutet, sei nett zu deinem Nachbar, deinem Körper und deinem Geist. Gleichermassen mit Wahrhaftigkeit, Satya. Belüg dich nicht selbst und auch nicht andere Menschen.

Klingt ja mal ganz einfach, ist`s aber nicht. Denk mal drüber nach was in dir vorgeht wenn jemand vor dir ganz langsam herumstolziert oder wenn dir um elf Uhr abends einfällt, dass noch Wäsche in der Waschmaschine ist oder wenn Mutti sagt, essen ist noch nicht fertig oder wenn dein Schwarm auf whatsapp deine Liebesnachricht gelesen hat aber nicht zurück schreibt. Da fängst schon an...Ahimsa ahimsa ahimsa egal wo du hingehst lauert es schon um die Ecke. Wenn man sich selber den spirituellen Maulkorb aufsetzt, also für einige Zeit schweigt, kann man sein Tun und Handeln genauer unter die Lupe nehmen und sich bei negativen Gewohnheiten ertappen.


Wenn man sich selber den spirituellen Maulkorb aufsetzt, also wenn man für einige Zeit schweigt, kann man sein Tun und Handeln genauer unter die Lupe nehmen und sich bei negativen Gewohnheiten selber ertappen. 

Wie man maunt, schweigt

Swami Sivananda, ein Guruji aus Indien, sagte Mauna kann man täglich in sein Leben einbauen. Eine Stunde zum Frühstück oder nach der Arbeit reicht bereits aus, die Stille in sich zu finden und all sein Tun einmal Revue passieren zu lassen. Dazu zählt natürlich auch nicht nur mündlich zu schweigen sondern auch auf soziale medien und smartphone zu verzichten.


Letztes Jahr habe ich zwei 10-tägige Schweigeretreats besucht in denen jegliche Kommunikation von schreiben, sprechen bis hin zu lächeln verboten wurde. Für mich war das Schweigen eine Art Ferien. Nämlich wenn einmal alles ganz Still ist und du fernab von all den gesellschaftlichen Regeln und Sitten bist, bleiben nur noch deine innere(n) Stimme(n) über. Bei mir haben diese inneren Stimmen die ersten Tage der Schweigens Non-stop gelabert und gelabert, vorallem gab es viele Diskurse übers Essen. Irgendwann so ab dem fünften Tag wussten aber auch meine inneren Stimmen nicht mehr was sagen.

Mit dieser Stille kam es mir vor als ob ich das erste Mal eine Karotte esse oder das erste Mal mit den Füssen den Boden berührte. Ich war komplett im Jetzt. Ich spürte das Gras an meinen Zehen und den rauhen Beton an meinen Füssen. Die Karotte in meinem Mund die sich crunchy auf meiner Zunge anfühlte. Alles alltägliche wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis.


Während den 10 Tagen wurde mir Bewusst, wie viel Non sense und Unwichtiges mir so ungeniert aus dem Maul fällt. Vor allem, wie ich die Sprache immer als Lückenfüller meiner Unsicherheit verwendete und somit komplett meine Gedanken auf das, Was soll ich sagen, ausrichtete. Ich war nicht im Jetzt.

Ich konzentriere mich jetzt auf die Qualität und nicht die Quantität meiner Kommunikation. Ich geniesse es neben Menschen zu sitzen und zu schweigen. Ich finde die schönste Kommunikation ist sowieso die Non Verbale.


Nach den Retreats habe ich mich dazu entschieden immer Montags zu schweigen. Ich hänge mir dann einfach ein kleines Zättelchen ans Tshirt, damit jeder weiss, dass ich nicht spreche. Wenn du schweigst und alles Spricht kannst du ganz interessante Verhaltensbeobachtungen machen. Vielfach kehrten mir einige Menschen den Rücken zu oder schauten mich unglaubwürdig an. Aber da kannst du getrost mit einem Lächeln darüber hinwegschauen. Weil in Silence you find answers.


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